Ich beobachte immer wieder, dass der Arbeit von Gestaltern wenig Wertschätzung entgegengebracht wird. Design hat weitläufig den Ruf, allenfalls für das „Aufhübschen“ von Oberflächlichkeiten verantwortlich zu sein. Gleichzeitig verlangt die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft Ergebnisse in immer kürzerer Zeit. Dank der Technologisierung hat heutzutage jeder Zugriff auf technische Werkzeuge, die die gestalterische Arbeit von außen betrachtet zum Selbstläufer macht. Vergessen wird dabei, dass Design ein Prozess ist. Und das nicht nur im technischen Sinn. Gutes Design ist eben nicht nur Oberflächenbehandlung, sondern taucht tief in die Materie ein, um den Kern ans Licht zu holen und zu visualisieren, eine Idee zu entwickeln und zu transportieren. Das setzt ein gewisses Handwerk voraus, kostet Zeit, Kreativität und Gedankengut und liefert Individualität.